16.06.2026
Sicher unterwegs mit Diabetes: Die wichtigsten To dos in der Reisesaison
Hamburg, 16.06.2026 – Das Verreisen mit Kindern erfordert immer eine gute Planung. Für Familien mit einem Kind mit Typ-1-Diabetes gilt das ganz besonders. Ob der lang ersehnte Sommerurlaub, eine Klassenfahrt oder der Wochenendausflug ans Meer: Mit der richtigen Vorbereitung können Kinder mit Diabetes unbeschwert unterwegs sein. Zwei Oberärztinnen der Diabetologie und Endokrinologie am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) informieren zum Beginn der Reisesaison über die wichtigsten To dos.
„Kinder mit Diabetes können grundsätzlich genauso verreisen wie andere Kinder auch – entscheidend ist eine gute Vorbereitung und ein wachsames Auge während der Reise“, erklärt Dr. Esther Schulz. Vor einer Reise sollten Familien mit einem Kind mit Typ-1-Diabetes ausreichend Zeit für die Vorbereitung einplanen. Steht die erste Reise nach der Diagnose an, ist ein Termin in der Diabetesambulanz empfehlenswert, bei dem der individuelle Therapieplan überprüft und mögliche Besonderheiten, z.B. bei längeren Reisen oder Zeitverschiebungen, besprochen werden. „Insbesondere bei Flug- oder Fernreisen ist es sinnvoll, vorab gemeinsam zu überlegen, wie sich Insulingaben und Essenszeiten dementsprechend anpassen lassen“, erklärt Dr. Valentina Lahn. „So können Familien mit einem guten Gefühl in den Urlaub starten.“
Für die Reise ist es zudem wichtig, ausreichend Diabetes-Equipment mitzunehmen – am besten im Handgepäck, falls der Koffer verloren geht. Die Expertinnen empfehlen, mindestens die 2,5 bis 3-fache Menge des üblichen Bedarfs einzupacken – darunter Insulin und Ersatzampullen, Blutzuckermessgeräte oder Sensoren, Teststreifen sowie Insulinpens oder Pumpenzubehör. „Wir empfehlen, das Equipment auf zwei Handgepäckstücke zu verteilen, falls ein Handgepäck oder Rucksack gestohlen wird“, so Dr. Lahn. „Auch Traubenzucker oder andere schnell wirksame Kohlenhydrate am besten direkt griffbereit haben, um eine mögliche Unterzuckerung rasch behandeln zu können.“ Für Reisen ins Ausland ist zudem eine ärztliche Bescheinigung hilfreich, damit Insulin und Zubehör problemlos im Handgepäck transportiert werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die richtige Lagerung der Medikamente. Insulin sollte weder großer Hitze noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Spezielle Medikamententaschen oder Kühlbeutel können dabei helfen, unterwegs die notwendige Temperatur einzuhalten.
Sehr viel Bewegung, ein anderes Klima oder andere Essenszeiten während einer Reise können den Blutzucker beeinflussen. Daher sollten die Werte unterwegs häufiger kontrolliert werden als im gewohnten Alltag. Besonders bei aktiven Urlauben – etwa beim Wandern, Schwimmen oder ausgiebigen Spielen – kann der Energieverbrauch steigen. „In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Snacks einzuplanen, um Unterzuckerungen vorzubeugen“, so Dr. Schulz. Wenn diese Tipps beachtet werden, dann steht dem Urlaub mit Diabetes nichts im Weg.
Segelschulung für Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ 1
Neben medizinischer Betreuung legt das AKK großen Wert darauf, Kindern mit Diabetes Selbstvertrauen im Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln. Jedes Jahr initiiert das AKK darum eine siebentägige Segelschulung für Jugendliche über 16 Jahre mit Diabetes mellitus Typ 1. Die Diabetes-Segelschulung auf der Ostsee geht über die medizinische Betreuung hinaus und schafft einen einzigartigen Raum für Austausch und Zusammenhalt unter den Teilnehmenden. In intensiven Gesprächen über Blutzuckerwerte und Insulindosierungen lernen die Jugendlichen mit ihrem Diabetes umzugehen. Die nächste Reise findet vom 11.-18. Juli 2026 statt. Die Teilnahme wird durch Spenden finanziert und ermöglicht Jugendlichen mit Diabetes, neue Erfahrungen zu sammeln und Selbstständigkeit zu entwickeln. „Beim Segeln lernen die Jugendlichen nicht nur Teamarbeit und Verantwortung“, sagt Dr. Lahn. „Sie erleben auch, dass Diabetes sie nicht daran hindern muss, aktiv und mutig zu sein.“
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