Zentrum angeborene Fehlbildungen

Wusstest Du, dass einige Kinder mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt kommen? Die meisten Deformierungen werden meist schon durch Untersuchungen vor der Geburt erkannt. Sie können die unterschiedlichsten Ursachen haben: Mal sind sie genetisch bedingt, mal werden sie durch Umweltfaktoren ausgelöst oder sie treten ohne erkennbaren Grund auf. Im AKK gibt es viele unterschiedliche Expert:innen, die sich gemeinsam um diese Erkrankungen kümmern. Die Behandlungen sind dabei umfassend und auf die zu behandelnden Personen abgestimmt. Scheue Dich nicht, uns zu kontaktieren – wir sind für Dich da.
 

Für Eltern

Im Zentrum für angeborene Fehlbildungen (Center for Congenital Anomalies, CCA) in Hamburg werden die unterschiedlichen und oft komplexen Krankheitsbilder diagnostiziert und können umfassend sowie mit Aussicht auf eine bessere Lebensqualität behandelt werden. Auf Grund der außergewöhnlichen Expertise im diagnostischen und therapeutischen Bereich sowie der engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neonatologie, der Abteilung für Kinderheilkunde mit Schwerpunkt Pneumologie als auch der Abteilung für Kinderorthopädie ist das CCA im Altonaer Kinderkrankenhaus deshalb genau die richtige Anlaufstelle für werdende Eltern, Kinder und Jugendliche.

Über seltene Krankheiten

Viele Krankheiten betreffen oft nur eine Handvoll Menschen. In der Europäischen Union wird eine Krankheit dann als "selten" eingestuft, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen betroffen sind. Nach aktuellem Stand sind bereits über 6.000 seltene Krankheiten gefunden worden und in der medizinischen Fachliteratur als neue seltene Krankheit erstmalig beschrieben. Allein in Europa geht man von 30 Millionen Betroffenen aus, in Deutschland von ca. 4 Millionen. Die meisten seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt und führen zu einer lebenslangen Erkrankung mit teilweise enormen Einschränkungen in der Lebensqualität. Hier können wir helfen!

Umfassende Erfahrung in der Versorgung angeborener Fehlbildungen

Jährlich kommt es in der Abteilung für Kinderchirurgie von Herrn Prof. Dr. med. Konrad Reinshagen zu ca. 900 ambulanten Vorstellungen sowie zu 250 stationären Aufenthalten von Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Fehlbildungen. Die Patientinnen und Patienten werden nicht nur operiert, sondern von den beteiligten Fachärztinnen und Fachärzten auch darüber hinaus versorgt. Austausch mit Expert:innen zu Haus? Auch nach dem stationären Aufenthalt bei uns, sorgen unsere Ärzt:innen dafür, dass die Behandlung zu Hause gut weitergeführt wird – egal, wo Du wohnst.

Welche Erkrankungen behandeln wir?

In der nachfolgenden Übersicht findest Du verschiedene Informationen und Erklärungen zu den Fehlbildungen, die wir bei uns im AKK behandeln. Mit den Zeichnungen wollen wir Dir eine kleine Orientierung geben, um zu verstehen, wo genau sich die einzelnen Problemfelder befinden.

Anorektale Fehlbildungen / Analatresie

Unter dem Begriff Analatresie oder auch anorektale Malformation (ARM) ist eine Fehlbildung des Enddarms / Anus zu verstehen, die sowohl bei Jungen als auch Mädchen auftreten kann. Zu den Kennzeichen einer solchen Entwicklungsstörung gehört eine nicht korrekt angelegte Öffnung. Das heißt, das Neugeborene hat keinen äußerlich sichtbaren Darmausgang oder scheidet Stuhl an einer untypischen Stelle wie zum Beispiel dem Damm oder über die Harnröhre aus. Eine Ursache ist bisher nicht bekannt. Sowohl genetische als auch andere Faktoren können der Auslöser dafür sein. Die Ausprägung der Fehlbildung kann in komplexere und in weniger ausgeprägte Formen eingeteilt werden. Die Behandlung hängt von der individuellen Situation ab, wird aber meist schon im Verlauf des ersten Lebensjahres durchgeführt. Ziel der Behandlung für das Kind ist es, eine gute Kontinenz zu erreichen, damit das Kind ein unbeeinträchtigtes Leben führen kann.

Angeborene Zwerchfellhernie (CDH)

Bei einer angeborenen Zwerchfellhernie (engl. congenital diaphragmatic hernia, CDH) handelt es sich um eine Fehlentwicklung des kindlichen Zwerchfellmuskels. Sie entsteht dadurch, dass sich das Zwerchfell (Atemmuskel) während Schwangerschaft nicht vollständig verschließt und eine Öffnung zurückbleibt. In den meisten Fällen befindet sich diese Öffnung auf der linken Seite, weitaus seltener auf der rechten. Beidseitig tritt die Hernie nahezu kaum auf. Durch die Lücke rutschen Organe wie beispielsweise der Magen oder Darm vom Bauchraum in den Brustkorb, wo sich eigentlich nur Herz und Lunge befinden. Es entsteht ein Engpass, der bereits im Mutterleib zur Unterentwicklung der Lunge (Lungenhypoplasie) sowie zu strukturellen Schäden des Lungengewebes führt. In einer Operation werden die Organe, die aus dem Bauchraum in den Brustkorb gelangt sind, zurückverlagert.

Duodenalatresie

Eine Duodenalatresie ist eine angeborene Entwicklungsstörung und meint eine Engstelle oder Kontinuitätsunterbrechung im Bereich des Zwölffingerdarms. Dadurch kann Speisebrei nicht in den unteren Dünn- und Dickdarm weitertransportiert werden und staut sich in den Magen zurück. Es gibt verschiedene Formen dieser Erkrankung, meist wird sie bereits während der Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft erkannt. Weitere Infos zur Untersuchung, Behandlung sowie den verschiedenen Typen gibt es hier.

Morbus Hirschsprung

Morbus Hirschsprung (kurz: MH) ist eine angeborene Fehlbildung am Darm, bei der das Nervengeflecht des Darms nicht komplett ausgebildet ist. Transportbewegungen des Stuhls in Richtung Mastdarm und Darmausgang sind dadurch nicht möglich, weshalb sich der Darminhalt zunehmend aufstaut und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führt. Benannt wurde die Erkrankung nach dem Kinderarzt Harald Hirschsprung, der sie seinerzeit Megakolon congenitum nannte. Weitere Infos zum Krankheitsbild, zur Untersuchung und Behandlung gibt es hier.

Ösophagusatresie

Kommt ein Neugeborenes mit einer Ösophagusatresie auf die Welt, kann das Kind weder Nahrung noch Speichel schlucken. Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Entwicklungsstörung, bei der die Speiseröhre (Ösophagus) unvollständig ausgebildet ist und nicht kontinuierlich in den Magen übergeht. Sie kann in unterschiedlichen Formen auftreten und wird oft schon in der Schwangerschaft erkannt. Entweder hat die Speiseröhre keine Verbindung zum Magen und endet blind oder sie mündet in die Luftröhre (Fistel). Wenn eine solche Fistel besteht muss dsa Kind innerhalb der ersten Lebenstage operiert werden, damit über die Fistel kein Mageninhalt in die Lunge gelangen kann. Auch wenn die Speiseröhre nicht durchgängig ist, muss eine Operation erfolgen, damit das Kind ernährt werden kann. Dies muss allerdings nicht so dringlich erfolgen. Die Korrektur einer Ösophagusatresie kann mittels konventioneller Chirurgie wie auch minimal invasiv erfolgen. Welche Operationsmethode angewandt wird, hängt von der Art der Ösophagusatresie, dem Gewicht und der Größe des Kindes sowie möglichen anderen anatomischen Besonderheiten ab.

Trichterbrust

Die Trichterbrust (Pectus Excavatum) ist neben der Kielbrust (Pectus Carinatum) die am häufigsten vorkommende Fehlbildung des menschlichen Brustkorbs. Während bei einer Kielbrust das Brustbein herauswächst, handelt es sich bei einer Trichterbrust um das genaue Gegenteil und das Brustbein ist in unterschiedlichem Ausmaß nach innen gedrückt. Die Einsenkung erscheint trichterförmig. Meist verstärkt sich eine Thoraxdeformität im Laufe des pubertären Wachstumsschub. Nicht alle Thoraxdeformitäten müssen behandelt werden. Da es aber sehr viele verschiedene Ausprägungsformen der Thoraxdeformitäten gibt und die Behandlung individuell auf jede Patientin und jeden Patienten abgestimmt werden muss, ist eine frühzeitige Vorstellung in der Sprechstunde sinnvoll. Mehr Informationen zum Krankheitsbild und den Behandlungsmethoden gibt es hier.

Liebe Eltern,

bitte wenden Sie sich für Rückfragen oder zur Terminvereinbarung an Frau Oehms oder Frau Dose, Tel.: 040 88908 230. Unsere Sprechstunde ist dienstags von 13 bis 16 Uhr erreichbar.

Sprechstunde für angeborene Fehlbildungen

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Ansprechpartner

  • Kinderchirurgie Prof. Dr. med. Konrad Reinshagen

    Leitender Arzt
    Kinderchirurgie
    Prof. Dr. med. Konrad Reinshagen
    Tel.: 040 88908 230
    Fax: 040 88908 180

  • Unsere Oberärzte
  • Leiter Sektion für Brandverletzungen, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Dr. med. Ingo Königs

    Leitender Oberarzt Kinderchirurgie
    Leiter Sektion für Brandverletzungen, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie
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