Untersuchung
Für die genaue Auswertung der Beinachsen wird eine spezielle Röntgenuntersuchung durchgeführt. Man kann somit sehr präzise den Ausmaß und die Ursache für die Achsabweichung bestimmen.
Beine haben normalerweise eine gerade Längsachse. Achsabweichungen, bei denen die Knie auseinander stehen, nennt man O-Bein. Wenn die Knie sich zusammendrücken und gegeneinander stoßen, spricht man von X–Beinen. Diese können ein- oder beidseitig sein. Abweichungen von bis zu 5° gelten noch als normal und sind in der Regel harmlos und nicht therapiewürdig. Die Palette der Ursachen ist breit gefächert und variiert von einer Veranlagung über Wachstumsstörungen aufgrund eines Unfalls oder durchgemachtem Knocheninfekts bis hin zu komplexen angeborenen Fehlbildungen mit nicht symmetrischer Aktivität oder Stillstand der Wachstumsfuge. Zur Begradigung der Beinachsen sind Krankengymnastik, Schuheinlagen und Schienen nicht effizient. Falls die Beinsachse stark von der Norm abweicht, ist in den meisten Fällen eine operative Korrektur angesagt, um die Belastung auf die Gesamtoberfläche des Gelenkes optimal zu verteilen. Selbst wenn die Kinder keine oder wenig Beschwerden haben, kann eine Achsenkorrektur notwendig sein, um die Entwicklung von frühzeitigem Gelenkknorpelverschleiß (Arthrose) zu verhindern.
Für die genaue Auswertung der Beinachsen wird eine spezielle Röntgenuntersuchung durchgeführt. Man kann somit sehr präzise den Ausmaß und die Ursache für die Achsabweichung bestimmen.
Solange die Wachstumsfugen noch offen sind, kann man das Wachstum „lenken“, indem man auf der Außenseite des Winkels das Wachstum vorübergehend verlangsamt. Dies wird mittels Klammern oder Plättchen, die wie eine „Brücke“ über die Wachstumsfuge liegen und bei einer kleinen Operation angebracht werden, durchgeführt. Bei diesem Verfahren ist dein Bein kurz nach der Operation wieder voll belastbar. Die meisten Kinder benötigen nicht einmal Krücken und bleiben nur 3 Tage im Krankenhaus. Bis das Bein wieder gerade ist, dauert es jedoch mehrere Monate. Für die Korrektur wird ein Wachstum von mehreren Millimetern benötigt. Und so viel wächst nicht einmal ein Kind über Nacht. Wenn die gewünschte Korrektur erreicht ist, werden die Klammern wieder entfernt. Die Behandlung von komplexen mehrdimensionalen Achsfehlstellungen, insbesondere solche bei denen auch eine Beinverkürzung vorliegt, erfordern eine aufwendigere Behandlung. Das Ziel ist die Wiederherstellung der normalen schmerzfreien Funktion beim Stehen und Gehen. Dafür werden meistens Verfahren verwendet, bei denen man die Korrektur mittels Ringfixateure befestigt über Drähte direkt am Knochen langsam aber sehr gradgenau durchführt (Ring-Fixateur/Hexapoden-Fixateur externe). Nach der Fixateuranlage wird der Korrekturplan mithilfe eines Computerprogramms berechnet und erstellt. Die Korrektur selber erfolgt über Drehung der Stangen des Fixateurs, die mit einem feinen Gewinde versehen sind. Die Eltern werden im Krankenhaus angeleitet und setzen das Drehen nach Plan in häuslicher Umgebung weiter fort. Die meisten Jugendlichen sind sogar in der Lage, das Drehen der Gewindestangen selber durchzuführen.
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