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Zum Tag der gesunden Ernährung: Meal Prep für Familien – darauf können Eltern achten

05.03.2026

Zum Tag der gesunden Ernährung: Meal Prep für Familien – darauf können Eltern achten

Hamburg, 05.03.2026 – Der Trend Meal Prep erreicht längst nicht mehr nur die Fitnesswelt. Auch Familien nutzen zunehmend die Vorteile des Vorkochens für sich – es spart Zeit, ist gesünder als ein schneller Tiefkühl-Snack und soll auch die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren. Klingt überzeugend – doch wie sieht es mit dieser Ernährungsweise bei Kindern aus? Nehmen sie immer noch genug Nährstoffe auf, wenn das Essen bereits vor einer Woche gekocht wurde? Welche Gerichte eignen sich besonders für Meal Prep – und welche nicht? Darauf wissen das Team der Ernährungsberatung am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) sowie Dr. med. Gunter Burmester Antworten.

Jeden Tag zu kochen, kann für Eltern eine Herausforderung sein. Oft ist Stress das Problem – zwischen der Arbeit, dem Abholen des Kindes von der Schule und Freizeitaktivitäten am Nachmittag bleibt kaum Zeit, sich täglich noch ausgiebig an den Herd zu stellen. Stattdessen wird gern mal eben eine Tiefkühlpizza in den Ofen oder eine Dosensuppe in die Mikrowelle geschoben.

„‚Fast Food‘ wird zu häufig als Ernährungsalternative für Kinder, aber auch für Familien insgesamt gewählt. Diese Nahrungsmittel sind oft von der Zusammensetzung ungünstig, zu fettreich und zu salzig. Die hohe Verarbeitung und Zusatzstoffe werden darüber hinaus auch in Zusammenhang mit Darmentzündungen gebracht“, erklärt Dr. med. Gunter Burmester, Oberarzt Pädiatrie sowie Sektionsleiter Gastroenterologie am Altonaer Kinderkrankenhaus.

Wie wichtig eine bewusste und gesunde Ernährung ist, beweist auch der UNICEF-Bericht 2025: Erstmals sind mehr Kinder im schulpflichtigem Alter adipös als untergewichtig. „Auch wenn die Genetik einen Faktor bei der Entstehung von Adipositas darstellt, entscheidend ist der Lebensstil sowie die Ernährung – diese Komponenten bestimmen letztlich, ob Adipositas auftritt oder nicht“, sagt Cordula Weickmann, ernährungswissenschaftliche Assistentin am AKK.

Die entscheidende Frage lautet also: Wie können wir unsere Kinder gesund ernähren, ohne täglich zu kochen? „Dabei kann Meal Prep helfen. Das bedeutet, Sie bereiten Mahlzeiten strukturiert für mehrere Tage im Voraus zu“, so Cordula Weickmann.

Die Vorteile:

  • Meal Prep spart Zeit im Alltag,
  • ist gesünder – vor allem, weil Sie kontrollieren, wie viel Salz, Fett und Co. in die Mahlzeit kommt (auch praktisch bei Allergien),
  • spartGeld, weil gezielter und vorausschauender eingekauft wird und
  • sorgt daraus folgend auch für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
     

Was sich als Meal Prep eignet und was nicht

Generell gilt: Der individuelle Geschmack entscheidet, Eltern sollten vor allem darauf achten, was ihre Kinder gern essen. Aufpassen sollte man bei wasserreichem Obst und Gemüse, weil es schnell matschig wird. Bei Milchprodukten verändert sich, wenn sie eingefroren werden, die Konsistenz von cremig zu grießig – nicht schlimm, aber gut zu wissen. Besonders geeignet sind hingegen zum Beispiel Reisgerichte, Currys, Eintöpfe, One-Pot-Gerichte, Suppen, Aufläufe oder Lasagne. Alle Speisen lassen sich gut einfrieren und sind so sogar mehrere Wochen haltbar. Diese vier Rezepte sind zum Beispiel praktisch und gesund:

  1. Ei-Muffins: Für zwölf Muffins acht Eier, zwei Handvoll frischen Spinat, 100 Gramm Feta und zwei Teelöffel Olivenöl vermengen. In Muffinförmchen füllen und bei 180°C ca. 15 Minuten backen. Perfekt als gesundes, eiweißreiches Frühstück oder als Snack für unterwegs. Die Muffins lassen sich nach dem vollständigen Auskühlen auch einfrieren und anschließend ganz einfach über eine Nacht im Kühlschrank wieder auftauen.
  2. Reis-Bowl mit Gemüse: Reis kochen. Gemüse kleinschneiden und ebenfalls kochen – hier empfiehlt es sich zu verschiedenfarbigem Gemüse zu greifen, damit die Bowl am Ende schön bunt wird. Abkühlen lassen und einfrieren. Schmeckt nach dem Auftauen sowohl kalt als auch warm.
  3. Pasta mit pürierter Gemüsesoße: Pasta al dente kochen. Beliebiges Gemüse (z.B. Lauch, Tomaten, Süßkartoffeln, Paprika, Zucchini) im Ofen garen und anschließend pürieren. Pasta und Sauce separat einfrieren. Vor dem Verzehr erst die Soße im Topf erwärmen und dann die Nudeln hinzugeben.
  4. Babybrei: Selbst Babybrei eignet sich als Meal Prep. Dafür das Gemüse (z.B. Möhren oder Kartoffeln) kochen, pürieren und in kleinen Portionen einfrieren – wer keine kleinen Dosen zur Hand hat, kann auch Eiswürfelbehälter nutzen. Wichtig zu beachten: Milchbreie dürfen auf keinen Fall eingefroren werden.

Enthält ein vorbereitetes Gericht genauso viele Nährstoffe wie ein frisch gekochtes?

Viele Eltern machen sich Gedanken, ob Ihre Kinder genug Nährstoffe aufnehmen, wenn sie am Donnerstag das essen, was bereits am Sonntag gekocht und eingefroren wurde. „Die meisten Nährstoffe bleiben gut erhalten“, beruhigt Frau Weickmann. Die gute Nachricht: Durch gekühlte Lagerung kann der Prozess des Vitaminverlustes stark verlangsamt werden.„Doch es ist in der Tat so, dass einige Nährstoffe – insbesondere wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C oder die B-Vitamine – durch langes Lagern und erneutes Aufwärmen in geringen Teilen verloren gehen können.“

Dennoch sind die Experten überzeugt: „Meal Prep ist immer noch deutlich gesünder und nährstoffreicher als viele hochverarbeitete Fertiggerichte“, resümiert Dr. med. Gunter Burmester.

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