Hamburg, 02.06.2026 – Viele Kinder mit Neurodermitis klagen über schubweise Hautveränderungen mit trockener, entzündeter, eingerissener und geröteter Haut. Im Sommer reizen Hitze, Schweiß und UV-Strahlung die chronische Erkrankung zusätzlich. Was können Betroffene tun, um möglichst gut durch die warme Jahreszeit zu kommen? Prof. Dr. Philippe Stock, ärztlicher Direktor und Allergologe am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK), weiß Rat.
Die positive Nachricht vorweg: Auch Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis dürfen in die Sonne. Allerdings ist der richtige Sonnenschutz enorm wichtig – denn durch die dauerhaft geschädigte Hautbarriere ist die Haut anfälliger für Reize, so auch für UV-Strahlung. „Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung führt dazu, dass die UV-Strahlen nicht ausreichend abgewehrt werden können“, erklärt Prof. Dr. Stock. Wird die Haut in einem zu starken Maße der Sonne ausgesetzt, kann dies schneller als üblich zu Irritationen sowie Sonnenbränden führen und Schübe von Hautveränderungen begünstigen. Ebenso intensiviert die erhöhte Schweißproduktion im Sommer typische Neurodermitis-Symptome wie starken Juckreiz.
Wie sieht der richtige Sonnenschutz für Kinder mit Neurodermitis aus?
„Kinder mit Neurodermitis sollten eher langärmlige Textilien tragen als chemischen Sonnenschutz zu nutzen“, empfiehlt der Allergologe. „Letztere greifen mit ihren Duftstoffen, Konservierungsmitteln und Alkohol nämlich auch wieder die empfindliche Haut an.“ Zwar gebe es mittlerweile einige Herstellende, die Sonnencreme extra pflegend und für geschädigte Haut entwickelt anbieten, der sicherste Weg ist jedoch auf lange, spezielle UV-Kleidung zurückzugreifen. Entscheidend ist dabei ein dichtes Gewebe, damit möglichst wenig UV-Strahlung auf die Haut gelangt, die Atmungsaktivität sowie ein hoher UPF-Wert (50+). Zudem ist es stets sinnvoll, die Mittagshitze zu meiden, den Kopf zu bedecken und Schweiß abzutupfen bzw. abzuwaschen.
Die 3 größten Irrtümer des Sonnenschutzes – darauf sollten Eltern achten
- Im Schatten brauchen Kinder keinen Sonnenschutz.
„Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Menschen im Schatten keinen Sonnenschutz brauchen. Denn auch hier kommen noch bis zu 60 Prozent der UV-Strahlen an und belasten die Haut“, so Prof. Dr. Stock. - Einmal am Morgen Sonnencreme auftragen reicht.
Sich einmal am Tag einzucremen, reicht beim Aufenthalt an der frischen Luft nicht aus. „Man sollte den Schutz an einem sonnigen Tag etwa alle zwei bis drei Stunden erneuern und insbesondere nach dem Baden im Pool oder Meer“, rät der Experte. Das gelte auch für angeblich wasserfesten Sonnenschutz. - Sonnencreme aus dem Vorjahr kann problemlos weitergenutzt werden.
„Auch die mehrjährige Nutzung von Sonnencreme ist ein verbreiteter Irrtum – vor allem geöffnet lässt die Schutzwirkung nach einem Sommer nach und das Produkt sollte ausgetauscht werden“, betont Prof. Dr. Stock. Es sollte auf Verfärbungen sowie den Geruch geachtet werden.
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