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"Im AKK wurde mir das Leben gerettet – heute kann ich wieder geradeaus schauen"

07.07.2026

"Im AKK wurde mir das Leben gerettet – heute kann ich wieder geradeaus schauen"

Hamburg, 07.07.2026 – Mit zwei Jahren bekam Finja U. (19) die Diagnose Muskelschwund. Neben ihrer Arm- und Beinkraft ist vor allem ihre Nackenmuskulatur betroffen. So sehr, dass sie mit 16 Jahren ihren Kopf nicht mehr selbst halten konnte. In der Folge konnte Finja kaum mehr schlucken, sprechen, sehen, gehen und essen. Sie suchte diverse Orthopäden auf, doch keiner wollte ihre Halswirbelsäule operieren. Bis sie das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) und PD Dr. med. Kiril Mladenov, Leitender Arzt der Abteilung für Kinder- und Jugendorthopädie (komm.), fand.

„Im AKK wurde mir das Leben gerettet“, erzählt Finja, als sie zur halbjährigen Kontrolle wieder vor Ort ist. Ende 2023 war die Kölnerin das erste Mal im Altonaer Kinderkrankenhaus, das über ein spezialisiertes Wirbelsäulenzentrum verfügt. Hier arbeiten insbesondere die Kinderorthopädie und Kinderneurochirurgie eng zusammen, bündeln ihre große Expertise und können Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der Wirbelsäule mit allen eventuellen Auswirkungen auf andere Organe umfassend behandeln. „Dr. Mladenov war der einzige Arzt in Deutschland, der mich operieren wollte. Alle anderen hätten nur meine Skoliose behandelt, nicht meine Halswirbelsäule.“ Im Februar 2024 wurde Finja stationär aufgenommen und mit einer Halo-Distraktion auf die OP vorbereitet. Das Ziel: ihre Hals- und ein Teil der Brustwirbelsäule begradigen und stabilisieren. 

„Bei dieser sogenannten Spondylodese korrigieren wir die Wirbelsäulendeformität und bringen die Wirbelsäule in eine für die Alltagsfunktionalität bessere Position, indem wir an bestimmten Abschnitten Implantate anbringen. Während dieser komplexen und hochpräzisen Operation muss einiges beachtet werden, dazu gehört routinemäßig die kontinuierliche Überwachung der Gehirn- und Nervenströme, um Schäden an den empfindlichen Nerven zu vermeiden“, erklärt Dr. Mladenov. „Die OP war einen Tag vor meinem Geburtstag – und an diesem konnte ich dann wortwörtlich wieder geradeaus schauen“, blickt Finja dankbar zurück. 

Die Operation blieb jedoch nicht die einzige, denn ihre Wirbelsäulenverkrümmung unterhalb der Halswirbelsäule verstärkte sich zunehmend. Sie konnte nicht mehr aufrecht sitzen, ein Korsett brachte keinen Erfolg. „Wir entschieden uns dafür, auch meine restliche Wirbelsäule aufzurichten und zu stabilisieren“, berichtet die 19-Jährige. „Die Prognose, dass ich nach der OP noch laufen kann, war jedoch eingeschränkt.“ Finja hat seit ihrem 15. Lebensjahr einen Rollstuhl, meistert ihren Alltag Zuhause aber größtenteils noch auf den Beinen. Der Rollstuhl kommt draußen zum Einsatz. 

Wieder war es Dr. Mladenov, der Finja operierte. Mit großem Erfolg: „Ich konnte schon nach einigen Tagen wieder meine ersten Schritte machen“, freut sie sich noch heute. „Bei der Wahl der Operationsmethode stehen die Funktionsoptimierung und der Bewegungserhalt im Vordergrund, sodass angestrebt wird, so wenig wie möglich von der Wirbelsäule zu versteifen. Eine komplette Versteifung ist selten und nur in Ausnahmen notwendig. Davor werden Nutzen und Risiken abgewogen und mit dem Patienten diskutiert, um das bestmögliche Ergebnis unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse zu erreichen. Dies ermöglicht es Betroffenen, ihren Alltag wieder mit weniger Einschränkungen zu leben – Finja ist das beste Beispiel“, so der leitende Arzt.

Trotz der großen OPs verknüpft Finja nur gute Erfahrungen mit dem Altonaer Kinderkrankenhaus. „Ich verbinde mit dem AKK ein lachendes und ein weinendes Auge. Der Grund, weshalb ich hier bin, ist natürlich kein schöner. Aber Dr. Mladenov ist der Beste und hier sind alle sehr nett. Ich war in zwei Jahren mit Reha 150 Tage vor Ort.“ In dieser Zeit hat ihr ihre grundsätzliche Lebenseinstellung sehr geholfen: „Ich nehme alles mit Humor“, lacht sie. Und doch weiß sie auch, wie wichtig es ist, auf die mentale Gesundheit zu achten. „Ich möchte anderen Betroffenen mit auf den Weg geben, dass es wichtig und in Ordnung ist, sich Hilfe zu suchen. Und ich möchte ihnen sagen: Ihr seid nicht allein.“

Gleichzeitig beweist sie, dass ein abenteuerlustiges Leben trotz Muskelschwund und Wirbelsäulenoperationen möglich ist: ihr großes Hobby ist das Reisen. Zuletzt besuchte sie Südkorea, als nächstes sollen Japan und Südafrika folgen. „Durch meine Erkrankung habe ich gelernt, nichts aufzuschieben – wer weiß, was in einem Jahr noch möglich ist?“

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