19.05.2026
"Hier lag ich als Frühchen im Inkubator": Wenn das Leben statt Zuhause im PNZ beginnt
Hamburg, 19.05.2026 – Heute ist er ein gesprächiger Jugendlicher mit vielen Leidenschaften – früher kämpfte er um sein Leben. Maximilian Kasputtis kam in der 24. Schwangerschaftswoche auf die Welt, wog deutlich weniger als 500 Gramm. Sechs Monate musste er im Perinatalzentrum (PNZ) Altona bleiben, bevor er endlich zu Mama Manja Kasputtis und Papa Falko Kasputtis nach Hause durfte. Heute blickt die Familie mit großer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück. Auch, wenn sie alles andere als leicht war …
„Donnerstag war die Welt noch in Ordnung und am Sonntag nicht mehr“, erinnert sich Falko Kasputtis. Seine Frau war in der 24. Schwangerschaftswoche, sie bereiteten gerade ihr Zuhause für das werdende Kind vor, als seine Frau gastrospezifische Beschwerden bekam. „Nichts deutete für uns auf das Ende der Schwangerschaft hin“, ergänzt Manja Kasputtis. Zur Kontrolle wollten sie trotzdem sicherheitshalber in die Asklepios Klinik Altona fahren. Mit dem Resultat: HELLP-Syndrom, das Kind muss sofort per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. „Das HELLP-Syndrom ist eine Schwangerschaftskomplikation, die lebensbedrohlich ist. Zu den Symptomen gehören starke rechtsseitige Oberbauchschmerzen aber auch so unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen“, erklärt Dr. med. Claudia Kern, Chefärztin der Geburtshilfe in der Asklepios Klinik Altona. Und PD Dr. Martin Blohm, leitender Arzt Neonatologie und Intensivmedizin am AKK, ergänzt: „An dieser Stelle kommt die gute und so wichtige Zusammenarbeit der Geburtshilfe sowie der intensivmedizinischen Versorgung von Neugeborenen zur Geltung – im PNZ Altona ist damit die optimale Versorgung von Müttern und Kindern jederzeit gewährleistet.“ Das professionelle Konzept des PNZ Altona verfolgt dabei eine Wand-an-Wand-Versorgung, die Neonatologie kann somit bereits mit am OP-Tisch stehen und nach der Entbindung sofort reagieren. Es wird ermöglicht, dass Frühgeborene in dieser heiklen Situation nicht erst transportiert und an einem anderen Standort behandelt werden müssen. „24. Oktober 2010, 18:58 Uhr“, wirft Maximilian ein, der ein hervorragendes Gedächtnis für Details hat.
Nach diesem Tag folgten sechs Monate im PNZ. Eine lange Zeit, die die Familie heute als unwirklich beschreibt. „Gut war, anfangs nicht zu wissen, was auf Maximilian und uns als Eltern zukommt. In dieser Phase haben uns viele Schwestern und Ärzte sehr geholfen“, blickt Manja Kasputtis zurück. „Wir haben Maximilian immer gut versorgt gewusst. Und auch der Kontakt zu anderen Frühchen-Eltern, deren Kinder schon Meilensteine geschafft haben, war toll und hat uns Kraft gegeben.“ Die Eltern erinnern sich an zahlreiche schöne Momente: Das erste Mal baden im Eimer, trotz Schläuche und Monitorüberwachung. Das erste Mal Känguruhen. Die 1.000 Gramm-Marke. Selbstständig die Versorgung übernehmen – auch das ging in den ersten Wochen nicht und wurde später zu Momenten des Glücks. „Die Förderung der Eltern-Kind-Bindung ist für uns elementar. Gerade in so schwierigen Zeiten gehören die Eltern und ihr Kind für uns zusammen“, erklärt Sabine Pelt, Pflegerische Leitung der neonatologischen Stationen im Perinatalzentrum Altona. „Wir versuchen daher immer, die Eltern so intensiv und früh wie möglich in die Betreuung ihres Babys einzubeziehen.“
Rückschläge gab es bei den Kasputtis‘ jedoch auch immer wieder. „Knapp eine Woche nach Maximilians Geburt kam der Oberarzt spätabends ins Zimmer und sagte, dass es zu einer Lungenblutung kam. Dass wir vielleicht Angehörige informieren und uns verabschieden sollten“, berichtet Maximilians Vater. Die Stimmung hat sich verändert, die Familie ist sichtlich berührt und erinnert sich an diesen schweren Tag. „Aber er hat es geschafft“, sagt Falko Kasputtis erleichtert. Es folgten noch einige weitere Momente, in denen Maximilian um sein Leben kämpfte. Zum Beispiel eine schwere Sepsis. Oder, als er nachts einfach das Atmen einstellte und minutenlang wiederbelebt werden musste.
Doch im April 2011 kam die langersehnte Nachricht: Maximilian darf nach Hause kommen. „In dem Moment waren wir fassungslos bis ängstlich“, lacht Maximilians Mutter. „Wie soll das funktionieren, ohne diesen Chor an Helfenden?“ Es hat funktioniert. Und wie – das erste, was dem Familienvater einfiel, als er Max anschauen sollte: „Frech.“ Wenn man die Kasputtis‘ so beobachtet, wirken sie glücklich, verbunden und dankbar. „Es ist immer wieder besonders, wenn aus winzigen Frühgeborenen nach Wochen und Monaten Babys werden, die nach Hause entlassen werden können. Jeder Patient ist für uns ein Wunder“, sagt PD Dr. Martin Blohm.
Heute, als 15-Jähriger, gefällt Maximilian in der Schule am besten Englisch, er geht gerne schwimmen, telefoniert fast täglich mit seiner Freundin und spielt Fahrzeug-Simulationsspiele auf der PlayStation. „Ich liebe alles, was fährt und fliegt, nur Schiffe mag ich nicht“, erzählt er. Dass er als Frühchen geboren wurde, kriegt er am meisten an Weihnachten mit – dann bringt die Familie nämlich jedes Jahr gemeinsam einen Präsentkorb ins PNZ. „Letztes Jahr Weihnachten stand ich wieder vor dem Zimmer 2, in dem ich früher im Inkubator lag. Der ist schön warm drinnen“, sagt der 15-Jährige. Und Manja Kasputtis ergänzt: „Diese Tradition werden wir auch in vielen Jahren noch aufrechterhalten – wir wollen mindestens einmal im Jahr unsere Dankbarkeit ausdrücken und sagen: Sie sind großartig.“
--
Das Perinatalzentrum Altona setzt sich aus der interdisziplinären Zusammenarbeit aus der Neonatologie des Altonaer Kinderkrankenhauses sowie der Geburtshilfe der Asklepios Klinik Altona zusammen. Hier werden jährlich bis zu 3.000 Geburten begleitet, über 500 Früh- und Neugeborene intensivmedizinisch versorgt, davon wiegen rund 100 bei der Geburt unter 1.500 Gramm. "Während der gesamten Schwangerschaft kümmern sich unsere Geburtshelfer und Pränatalmediziner um Mutter und Kind und versuchen, hier eine möglichst lange Schwangerschaftsdauer zu ermöglichen", bestärkt Dr. Claudia Kern die Familien im PNZ. „Nach der Entbindung tragen wir als Team für die Neugeborenen fachübergreifend die Verantwortung“, erklärt PD Dr. Martin Blohm. „Wir geben jeden Tag alles – und freuen uns immer, wenn wie bei den Kasputtis‘ noch nach über 15 Jahren der Kontakt besteht und wir sehen dürfen, wie toll die ehemaligen Frühchen zu Erwachsenen heranwachsen“, resümiert Sabine Pelt.
30 Jahre PNZ Altona – das große Jubiläumsfest:
Das Altonaer Kinderkrankenhaus, das Hebammenteam, das Zentrum für Präntalmedizin an der Elbe und die Asklepios Klinik Altona laden Sie ganz herzlich zu einem bunten Programm rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben ein. Nutzen Sie den Tag, um uns als Geburtsklinik kennenzulernen oder ihren Kindern zu zeigen, wo vielleicht alles angefangen hat. Egal ob im letzten Sommer oder vor mehreren Jahrzehnten.
Wann? 30.05.2026 | 11:00 – 17:00 Uhr
Wo? Perinatalzentrum Altona, Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
PROGRAMM-HIGHLIGHTS
- Rundgänge durchs Perinatalzentrum
- Infobörse der Zentrumspartner rund um die Angebote des PNZ
- Babybauchbemalen
- Kinderschminken
- Hüpfburg
- Bärchenklinik
- Klinikclowns Hamburg e.V.
- Baby-Intensivtransportwagen (BITW) der Hamburger Feuerwehr
- Leckereien von AKK-Schirmherrin Cornelia Poletto
Und noch mehr – alle Infos finden Sie hier.
Socials