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Allergie-Check: So läuft ein Kinder-Allergietest ab – und wann er empfohlen wird

15.04.2026

Allergie-Check: So läuft ein Kinder-Allergietest ab – und wann er empfohlen wird

Hamburg, 15.04.2026 – Wenn im Frühling die Nase läuft und die Augen jucken, können das Anzeichen für eine Gräser- oder Pollenallergie sein. Löst ein Mittagessen Ausschlag aus, könnte eine Nahrungsmittelallergie vorliegen. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Allergietest? Und wie läuft dieser ab? Das erklärt Prof. Dr. Philippe Stock, ärztlicher Direktor am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK).

Nahrungsmittel, Pollen, Insekten, Hausstaubmilben und Tierhaare – das sind die Allergien, die dem Team der Allergologie im AKK am häufigsten im Alltag begegnen. „Wir verstehen unter eine Allergie eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltstoffe“, erläutert Prof. Dr. Stock. Oft lösen schon Spuren unmittelbar erste Immunreaktionen wie Hautausschlag, Gesichtsschwellungen oder Magen-Darm-Probleme aus. Bei stark ausgeprägten Allergien ist die schwerste Folge ein anaphylaktischer Schock. „Hier ist es einfach wichtig zu wissen, was genau der Körper nicht verträgt. Nur so kann gezielt darauf geachtet werden, dass die auslösenden Substanzen entweder gänzlich eliminiert, falls nicht möglich aber zumindest gemieden werden“, so der ärztliche Direktor und Allergologe.

Bei Säuglingen und Kleinkindern werden am häufigsten Nahrungsmittelallergien oder Neurodermitis beobachtet. Im Kindes- und Jugendalter kommt es dann mit zunehmender Häufigkeit vor allem zu sogenannten Inhalationsallergien wie gegen Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare. „Das lässt sich erklären“, sagt Prof. Dr. Stock, „das Immunsystem entwickelt sich ständig weiter. Während sich im Säuglings- und Kleinkindalter das Immunsystem immer mehr entwickelt, werden auch immunologische Reaktionen immer stärker. Das sieht man auch in anderen Bereichen unseres Immunsystems: Atemwegsinfekte treten bei Säuglingen und Kleinkindern besonders häufig auf, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Gleiches gilt eben auch für Allergien, die man als fehlgeleitete Immunreaktionen interpretieren kann.“

Wann ein Kinder-Allergietest empfohlen wird und wie er abläuft

Typische Symptome einer Allergie sind Schnupfen, Ausschlag, Juckreiz, gerötete Augen sowie bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Treten diese Anzeichen akut in starker Ausprägung oder abgeschwächt, aber wiederkehrend in Zusammenhang mit einem konkreten Auslöser auf, wird ein Allergietest empfohlen. Hier gibt es drei mögliche Testarten:

  1. Pricktest: „Am häufigsten wird der Pricktest durchgeführt. Bei diesem tropfen wir Teststoffe, die Allergene, auf die Haut und beobachten, wie der Patient oder die Patientin darauf reagiert – bilden sich zum Beispiel Quaddeln, spricht das für eine Allergie“, erklärt Prof. Dr. Stock. Es ist ein Schnelltest, der zur ersten Allergie-Identifizierung dient.
  2. Bluttest: Mit einem Bluttest können spezifische IgE-Antikörper bestimmt werden. „Ein hoher Wert zeigt, dass das Immunsystem reagiert“, vereinfacht der Experte. „Die Antikörper führen daraufhin bei Kontakt mit dem Allergen zur Freisetzung von Histamin – das verursacht Entzündungen und die allergietypischen Symptome treten auf.“
  3. Provokationstest: Die dritte Art für einen Allergietest ist der Provokationstest. Dabei wird dem Kind unter ärztlicher Aufsicht gezielt das Allergen zugeführt – oft passiert dies bei dem Verdacht auf Nahrungsmittelallergien. „Die Reaktion wird streng überwacht und ggf. direkt behandelt“, beruhigt der ärztliche Direktor. Der Provokationstest wird als Bestätigung genutzt, ob auffällige Tests auch tatsächlich klinisch relevant sind.

Und was passiert, wenn eine Allergie festgestellt wurde?

Wird eine Allergie diagnostiziert, gibt es zwei Arten von Therapien. Bei der symptomatischen Therapie kommen Antihistaminika oder kortisonhaltige Medikamente zum Einsatz – damit werden die Symptome gelindert, die Ursache der Allergie jedoch nicht bekämpft. Damit dies gelingt, muss eine sogenannte Kausaltherapie erfolgen. Bei dieser Therapie, die auch als Hyposensibilisierung bezeichnet werden kann, wird dem Körper in regelmäßigen Abständen ein Allergieauslöser mit einer Spritze oder Sublingualtablette zugeführt. Das Ziel: Die Immunreaktion tritt nicht mehr ein, weil das Abwehrsystem den Allergieauslöser lernt zu tolerieren. Dieses Vorgehen dauert drei Jahre, in Deutschland ist die Hyposensibilisierungs-Therapie ab fünf Jahren zugelassen. „Im Altonaer Kinderkrankenhaus bieten wir eine Rundum-Betreuung mit Diagnostik, Beratung, Planung und Durchführung an. Es ist immer wichtig, frühzeitig zu intervenieren“, rät Prof. Dr. Stock.

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