Duodenalatresie

Die Duodenalatresie ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der der Zwölffingerdarm (Duodenum) nicht durchgängig ist, die Nahrung also diesen Darmabschnitt nicht passieren kann. Es gibt verschieden Formen dieser Erkrankung:

  • „Echte" Atresie: Hierbei ist das Darmlumen (der hohle, normalerweise mit Speisebrei oder Stuhl ausgefüllte „Innenraum“ des Darmes) vollständig unterbrochen bzw. regelrecht zugewachsen
  • Membran: Das Darmlumen ist durch ein dünnes Häutchen versperrt. Dieses Häutchen kann in seiner Mitte auch noch einen kleinen Durchgang haben und sich windsackartig in den hinteren Zwölffingerdarm wölben.
  • Pancreas annulare: Bei dieser Variante liegt die Bauchspeicheldrüse falsch und drückt von außen das Lumen zu.
  • Ladd´sche Bänder: Auch hier wird der Zwölffingerdarm von außen zugedrückt, durch bindegewebsartige Bänder.

Bei den meisten Kindern wird die Erkrankung bereits während der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft erkannt.

Untersuchung

Häufig entsteht der Verdacht auf eine Duodenalatresie bereits während der Schwangerschaft, da im Ultraschall vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Magen und oberen Teil des Zwölffingerdarmes zu erkennen sind. Besteht bei Ihrem Kind ein solcher Verdacht, beraten wir Sie gern schon vor der Geburt und besprechen mit Ihnen den weiteren Verlauf sowie die Behandlungsmöglichkeiten nach der Geburt. Die Schwangerschaft kann in den allermeisten Fällen in Ruhe und ohne Komplikationen zu Ende gebracht werden.

Nach der Geburt erstellen wir zunächst ein Röntgenbild des Bauches: Nach der Geburt der füllt sich der Magen- und Darmtrakt des Neugeborenen mit Luft. Liegt eine Duodenalatresie vor, erkennt man auf dem Röntgenbild typischerweise zwei Luftblasen im Magen und im Zwölffingerdarm. Mediziner bezeichnen dies als Doppel-Blase (engl. „double-bubble“).

Behandlungsmöglichkeiten

Um eine Duodenalatresie zu behandeln, ist eine Operation nötig. In der Regel muss diese aber nicht sofort am Geburtstag erfolgen. Wir lassen dem Neugeborenen gern einige Tage Zeit, um „anzukommen“ und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Allerdings müssen wir eine Magensonde – einen dünnen Schlauch aus Silikon, der durch die Nase eingeführt wird – legen. Über diese führen wir Sekrete (Speichel, Magensaft, Dünndarmsekret), die wegen der Fehlbildung des Zwölffingerdarms nicht in den weiteren Dünndarm fließen können, ab und verhindern so, dass das Neugeborene erbrechen muss.

Die Operation erfolgt dann je nach Ursache der Atresie:

  • Handelt es sich um Einengungen durch Ladd’sche Bänder, genügt es, diese Bänder zu durchtrennen und so das Lumen des Duodenum wieder freizugeben.
  • Bei einer echten Atresie oder einem Pancreas annulare schaffen wir eine Umgehung der Einengung, in dem wir die Teile des Zwölffingerdarmes vor und nach der Einengung miteinander verbinden.
  • Ist die Ursache des Verschlusses eine Membran, eröffnen wir den Darm an der entsprechenden Stelle und entfernen die Membran.

Da der Zwölffingerdarm nach einer solchen Operation anschwillt und der Darm nach einer Bauchoperation ohnehin sehr träge ist, dauert es einige Tage, bis der Transport von Nahrung und Verdauungssäften wieder funktioniert. Für diesen bei jedem Kind unterschiedlich langen Zeitraum behält Ihr Baby die Magensonde. Sobald die Darmtätigkeit sich normalisiert hat, können Sie normalerweise kurzfristig mit einem schrittweisen Kostaufbau beginnen.

Nachsorge

Vier bis acht Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kommen Sie mit Ihrem Baby zur klinische Nachuntersuchung in unserer Spezialsprechstunde. Danach ist die Behandlung abgeschlossen. 

Um einen Termin für ein Beratungsgespräch vor der Geburt oder einen Termin in unserer Nachsorgesprechstunde zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Kinderchirurgie. Die Koordination und Planung der Behandlung nach der Geburt erfolgt gemeinsam durch Ärzte der Geburtshilfe, der Kinderintensivstation und der Kinderchirurgie.

Nachsorge-Sprechstunde

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Terminvereinbarung:
Sekretariat der Kinderchirurgie
Frau Oehms, Frau Dose
Tel.: 040 88908 230
Fax: 040 88908 180
sekretariat.chirurgie@kinderkrankenhaus.net

Bitte beachten Sie, dass Sie eine Überweisung vom niedergelassenen Kinderarzt benötigen.

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