Die Blase liegt auf dem Beckengrund und hat die Funktion, den Urin zu sammeln. Du kannst sie Dir wie einen Luftballon vorstellen: Füllt sich die Blase mit Urin, dehnt sie sich Stück für Stück aus und wird kugelrund; leer erinnert sie eher an eine flache Schale. Wenn sie „voll“ ist, bemerkst Du Deine Blase – sie sendet Dir dann das Signal, dass Du auf die Toilette gehen musst, um sie zu leeren. Damit wir steuern können, wann sich die Blase entleert, sitzen an ihrem Ausgang zwei Schließmuskeln. Den äußeren Muskel können wir bewusst an- und entspannen, um den Urin in der Blase zu halten oder eine Entleerung der Blase zuzulassen. Der innere Muskel wiederum wird vom sogenannten vegetativen Nervensystem gesteuert, wir können ihn also nicht bewusst kontrollieren.

Hier stellen wir Dir einige Erkrankungen der Blase vor, die wir im AKK behandeln:

Enuresis („Einnässen“)

Enuresis bedeutet nichts anderes als Bettnässen - ein Problem, das viele Ursachen haben kann und unter dem auch relativ viele Kinder leiden.

Die erste Anlaufstellle für Enuresis-Patienten ist unsere nephrologische Tagesklinik. Auf der Seite der Nephrologie findest Du weitere Informationen über Ursachen, Untersuchung und Behandlung von Einnäss-Problemen.

Harnwegsinfekte / Blasenentzündungen

Kinder haben oft Harnwegsinfekte. Sie entstehen normalerweise, wenn von außen Bakterien in die Harnröhre gelangen und von dort aus in Blase, Harnleiter und Nierenbecken geraten.

Hast Du häufiger Blasenentzündungen, untersuchen wir Dich meist zunächst in unserer nephrologischen Tagesklinik. Auf der Seite der Nephrologie findest Du auch einige weitere Informationen zu Harnwegsinfekten.

Vesikoureteraler / vesikoureterorenaler Reflux

Der Begriff „Reflux“ bedeutet Rückfluss – unter „vesikoureteralem Reflux“ verstehen Mediziner den Rückfluss von Harn von der Blase in den Harnleiter. Gelangt der Urin sogar bis ins Nierenbecken zurück, sprechen wir von „vesikoureterorenalem Reflux“. Ursachen können Fehlbildungen, aber auch ein zu großer Blasendruck durch neurologische (die Nerven betreffende) Schäden oder eine Verengung der Harnröhre sein. Der zwischen Blase und Niere verbleibende Urin erhöht das Risiko für Blasen- und Nierenbeckenentzündungen, die die Nieren auf Dauer stark schädigen können.

Da Reflux-Erkrankungen familiär gehäuft auftreten, fragen wir im ersten Gespräch immer nach bekannten Refluxerkrankungen bei Eltern oder Geschwistern. Außerdem fragen wir nach allgemeinen Beschwerden: Säuglinge bzw. Kleinkindalter haben oft wiederkehrende Blasenentzündungen, die mit hohem Fieber und einem allgemein sehr schlechten Befinden einhergehen. Manche Kleinkinder leiden auch unter Fieberschüben, Erbrechen oder Wachstumsstörungen. Als Schulkind mit einer Reflux-Erkrankung hast Du vermutlich die gleichen Beschwerden wie bei einer Blasenentzündung – musst also sehr oft auf die Toilette, hast Schmerzen beim Wasserlassen und in den Bauchseiten.

Vermuten wir bei Dir eine Reflux-Erkrankung untersuchen wir Dich erst einmal körperlich, analysieren im Labor Deinen Urin und machen Ultraschallaufnahmen von Deiner Blase und Deiner Niere. Sehen wir im Ultraschall einen Nierenaufstau, ist dies ein Hinweis auf einen Reflux. Außerdem bitten wir Dich eventuell, über einige Tage aufzuschreiben, wie viel Du wann getrunken hast und wann Du auf der Toilette warst. Vielleicht musst Du auch einmal auf eine besondere Toilette bei uns im Krankenhaus gehen: diese misst den Harnstrahl, was uns wichtige Hinweise darüber gibt, ob Du vielleicht eine Blasenentleerungsstörung hast. Wenn wir nach diesen Untersuchungen noch immer einen Reflux vermuten, müssen wir wahrscheinlich eine Röntgenkontrastuntersuchung der Harnblase durchführen. Hierfür führen wir einen dünnen Plastikschlauch in die Blase ein und füllen sie langsam mit Kontrastmittel. In der Röntgendurchleuchtung sehen wir dann, wann und wohin das Kontrastmittel zurückfließt. Außerdem können wir eventuelle Fehlbildungen oder Engstellen erkennen und anhand der Bilder den Schweregrad Deiner Reflux-Erkrankung bestimmen. Die Untersuchung ist nicht schlimm, aber unangenehm – wenn Deine Eltern einverstanden sind, geben wir Dir deswegen vorher ein Medikament zur Beruhigung. Außerdem dürfen Deine Eltern natürlich die ganze Zeit dabei sein. 

Je nach Schweregrad der Refluxerkrankung, Deinem Alter und Geschlecht sowie eventuellen Begleiterkrankungen gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten.

  • Medikamentöse Behandlung: Da es bei Kindern unter einem Jahr möglich ist, dass der Reflux mit dem Wachstum von allein verschwindet, behandeln wir hier meist mit einem niedrig dosierten Antibiotikum, das aber zuverlässig eingenommen werden muss.
  • Endoskopische Unterspritzung der Harnleitermündungsstelle: Bei einem gering ausgeprägten Reflux können wir dort, wo der Harnleiter in die Blase mündet, eine Substanz einspritzen. So wird das Ende des Harnleiters angehoben, die Mündungsstelle des Harnleiters eingeengt und der Reflux idealerweise beseitigt. Allerdings ist diese Lösung nicht bei allen Kindern von Dauer.  
  • Offen chirurgische Behandlung: Wir empfehlen eine Operation immer dann, wenn der Reflux besonders ausgeprägt ist oder trotz Antibiotika-Therapie immer wieder Nierenbeckenentzündungen oder fieberhafte  Blasenentzündungen auftreten oder es zu Narbenbildung am Nierengewebe kommt. Mit einer offenen Operation können wir fast alle Reflux-Erkrankungen behandeln. Je nach genauer Ausprägung des Reflux gibt es verschiedene OP-Techniken. Das häufigste Verfahren ist es, den Harnleiterverlauf durch die Blasenwand durch zu verlängern. Für den Eingriff benötigen wir nur einen kleinen Schnitt am Unterbauch, der Krankenhausaufenthalt beträgt ungefähr vier Tage.

Nach Operation oder Unterspritzung sollten das Nierenwachstum bis zur Pubertät jährlich mit einer Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden.

Liebe Eltern,

die chirurgische Behandlung einer Reflux-Erkrankung ist ein anspruchsvoller operativer Eingriff.

Unsere Spezialisten hier im Altonaer Kinderkrankenhaus beraten Sie gern zu allen Fragen rund um die Operation. Eine ausführliche Erläuterung zum Operationsverfahren finden Sie bei operation.de, zu deren Autorenkreis Frau Prof. Dr. Fisch und Frau Dr. Riechardt zählen.

Blasenstörungen bei Spina bifida Patienten

Eine Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung der knöchernen Wirbelsäule und des Rückenmarks, die meist im unteren Bereich der Wirbelsäule auftritt. Patienten mit einer Störungen der Funktion des unteren Harntraktes in Folge einer Spina bifida behandeln wir gemeinsam mit unserer Kindernephrologie.

 

Spaltfehlbildung der Blase (Blasenekstrophie)

Die Blasenekstrophie ist eine sehr seltene Fehlbildung, bei der die Blase als Platte an der Bauchwand liegt und nicht zu einem Hohlorgan gewachsen ist. Hinzu kommen Fehlbildungen der Bauchmuskulatur, der Beckenknochen und ggf. auch der äußeren Geschlechtsorgane. Eine Spaltfehlbildung der Blase muss mit Hilfe einer Operation behandelt werden, bei der Blase und Becken verschlossen werden, die äußeren Geschlechtsorgane rekonstruiert werden und Blasen- und Nierenfunktion hergestellt werden. Je nach Schweregrad können auch mehrere Eingriffe erforderlich sein. 

Sprechstunden

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Liebe Eltern,

wenn Sie Ihr Kind in unserer kinderurologischen Sprechstunde vorstellen möchten, benötigen Sie einen Überweisungsschein des Kinderarztes. Zu den unten genannten Zeiten erreichen Sie die Kollegen in der Anmeldung für die Terminvergabe.

Die Leitende Ärztin Frau Prof. Dr. Fisch und die leitende Oberärztin Frau Dr. Riechardt verfügen über eine volle KV-Ermächtigung zur Behandlung aller Kinder und jungen Erwachsenen mit angeborenen Fehlbildungen.

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