Ernährung: Gerade in jungen Jahren ein komplexes Thema

Ernährung - ein Wort, das uns alle immer umgibt und doch so unterschiedlich gelebt wird. Du isst gerne Gemüse, Deine Freunde lieber Fisch und Fleisch.

Die Ernährung beeinflusst die Gesundheit der Menschen. Kommt es zu einem unzureichenden oder falschen Angebot an Nährstoffen, kann der Körper das für eine ganze Weile ausgleichen. Irgendwann kann es aber passieren, dass der reibungslose Ablauf der Körperfunktionen nicht mehr klappt. Probleme in der Verdauung wie z.B. Durchfall oder Verstopfung können dann die Folge davon sein.

Auch gibt es bestimmte Krankheiten, die eine spezielle Ernährung notwendig machen, wie z.B. die Zuckerkrankheit, die Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel oder die Unverträglichkeit auf das Klebereiweiß in Getreide.

Deshalb gibt es uns: Spezialisten im Ernährungsbereich - ernährungswissenschaftliche Assistenten - abgekürzt: EWAS. Wir sind vom Berufsverband der Oecotrophologen zertifizierte Ernährungsberaterinnen.

Wir sehen Euch während des stationären oder einem teilstationären Aufenthalt, wenn es Fragen oder Probleme zu dem Thema Ernährung gibt.

Um eine gesunde Ernährungsweise zu finden, die perfekt zu Euch und Eurer Erkrankung passt, beraten wir Euch individuell und nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dazu führen wir vorher ein ausführliches Gespräch mit Euch und ggf. auch mit Euren Eltern über Eure Ernährungsgewohnheiten und Beschwerden. 

 

Unsere Aufgaben

  • das Erarbeiten individueller Ernährungspläne und die Auswahl der jeweils geeigneten Nahrungen
  • die Berechnung und Auswertung von Ernährungsprotokollen

Wir beraten und schulen bei z.B.:

  • Diabetes mellitus 
  • entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa 
  • Zöliakie
  • Verstopfung
  • Mukoviscidose
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. Kohlenhydrat-Verwertungsstörungen und  Allergien
  • Problemen in der Ernährung von Säuglingen
  • Gedeihstörungen unterschiedlichster Ursache
  • der Ernährung über die Sonde
  • Essstörungen

Wir versuchen zeitnah Kontakt mit Euch und Euren Eltern aufzunehmen, wenn wir von den Ärzten angefordert werden.

Krankheitsbilder

Diabetes

Aufgrund unseres Spezialwissens im Bereich Ernährung und Diabetes sind wir fest im „Diabetesteam“ verankert.
Wir werden immer eingeschaltet wenn es um das Thema Ernährung und Diabetes geht. Bei Manifestationsschulungen, den 1-wöchigen stationären Schulungen, Pumpenschulungen oder Aufenthalten auf der Station, sind wir als Teammitglieder immer dabei.

Die Zeiten eines starren Ernährungsplanes bei Menschen mit Diabetes  mit festgelegten Uhrzeiten und Mahlzeitgrößen sind vorbei. Die Ernährung lässt sich in der heutigen Zeit glücklicherweise individuell gestalten: Persönliche Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität und aktuelle Lebensumstände werden berücksichtigt. Dafür müsst Ihr und Eure Eltern jedoch eine Menge über die Ernährungstherapie wissen. Ihr lernt bei uns z.B.:

  • die Wirkung der Lebensmittelmittel auf den Blutzucker
  • was bei einer Unterzuckerung günstiger Weise gegessen werden kann
  • was man essen kann, wenn plötzlich Freunde vor der Tür stehen und zum Essen gehen wollen
  • wie du die richtige Kohlenhydratmenge abschätzen kannst, wenn in der Schulkantine besonders leckere Aktionen in Richtung Essen angeboten werden
  • das richtige Verhalten bei Einladungen zum Brunch
  • was bei  Kindergeburtstagen, Klassenfahrten, Partys und Discobesuchen berücksichtigt werden muss, damit eine gute Blutzuckereinstellung auch in diesen Situationen gewährleistet ist
Morbus Crohn

Eine spezifische Diät für Menschen  mit entzündlichen Darmerkrankungen ist bis heute nicht bekannt. Jedoch besteht die Möglichkeit, den Verlauf und den Allgemeinzustand bei Morbus Crohn mit individuellen diätetischen Maßnahmen positiv zu beeinflussen. Je nach Ernährungszustand und Phase der Erkrankung geben wir maßgeschneidert, das heißt speziell auf Euch abgestimmt, unterschiedliche diätetische Ernährungsempfehlungen.

So kann z.B. neben der medikamentösen Therapie (z.B. mittels Cortison) die unsere Gastroenterologen verordnen, bei besonders schweren Entzündungsverläufen die Entlastung des erkrankten Darmes oberstes Behandlungsziel sein. In dieser akuten Phase der Erkrankung solltet Ihr nichts essen, sondern ausschließlich Trinknahrung zu Euch nehmen, damit die Symptome schnell abklingen bzw. die Entzündungsreaktionen im Körper verringert werden. Wir helfen Euch, die geeignete Trinknahrung für Euch zu finden und berechnen die optimale Menge mit der Euer Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

Zöliakie

Die Zöliakie/Sprue ist eine Erkrankung des für die Nahrungsaufnahme verantwortlichen Dünndarms. Sie ist eine lebenslange Unverträglichkeit des Klebereiweißes (Gluten), das in den einheimischen Getreidesorten enthalten ist.
Als Folge dieser Unverträglichkeit kann es zu Durchfällen, Erbrechen, Gedeihstörung, Appetitlosigkeit, Wesensveränderungen, Blutarmut u.v.m. kommen.
Durch eine konsequent durchgeführte glutenfreie Ernährung gewinnt die entzündete und abgeflachte Dünndarmschleimhaut ihre normale Gestalt und Funktion zurück. Wie ihr diese lebenslange Ernährung in euren Alltag integrieren könnt, dass besprechen wir mit euch und euren Eltern. Zum Beispiel: „Wie mache ich meinen Freunden klar, dass ich keine Burger mehr essen  oder beim Bäcker keine Snacks mehr kaufen darf?“ und: „Was kann ich anstelle dieser Lebensmittel essen?“

Mukoviscidose

Es handelt sich um eine Erbkrankheit. Sie ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung und man hat sie ein Leben lang. Bei Mukoviszidose sind wichtige Sekrete im Körper zu dickflüssig, sie können deshalb nicht richtig funktionieren.
Kinder mit Mukoviszidose haben wiederholte Bronchitis und Lungenentzündung, gedeihen schlecht und haben einen fettigen Stuhlgang etc.

Das vorrangige Ziel der Ernährungstherapie ist die ausreichende Energiezufuhr (und die richtige Enzymdosierung), so dass das aktuelle Gewicht gehalten werden kann, bzw. die Säuglinge und Kinder zunehmen, damit ein normales Wachstum und Gedeihen gewährleistet ist. Wie diese Therapie aussehen kann, besprechen wir mit den Eltern.

Wenn Ihr älter seid und Eure Ernährung selbst in die Hand nehmt, beraten wir Euch, worauf Ihr in Hinblick auf die Ernährung achten sollt und wie Ihr die Besonderheiten bezüglich des Essens (Mahlzeiten) in Euren Alltag integrieren könnt.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind der Oberbegriff  für alle unerwünschten, teilweise ernsten Reaktionen, die nach dem Verzehr von Lebensmitteln innerhalb von Minuten bis zu wenigen Tagen auftreten. Hierzu gehören sowohl die allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel, als auch die Nahrungsmittelintoleranzen.

Während eine Allergie eine Immunreaktion des Körpers bedeutet, die oft sofort nach dem Essen auftritt und alle Organsysteme betreffen kann, spielen sich Intoleranzen  hauptsächlich im Darm ab und zeigen sich meist erst später. Hier fehlen beispielsweise Enzyme, also Verdauungsstoffe. Typische Symptome sind  Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen.

Hat der Arzt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bei euch festgestellt, so beraten wir euch und eure Eltern wie ihr die  Allergene oder unverträgliche Lebensmittel im täglichen Leben vermeiden könnt. Wir „stricken“ mit euch ein individuelles Ernährungskonzept mit dem ihr im Alltag gut zurechtkommt und auch die Nährstoffe nicht zu kurz kommen.

Manche Allergien, besonders diejenigen die im Säuglings- und Kleinkindalter beginnen,  verlieren sich häufig wieder, d.h. die gemiedenen Lebensmittel können später wieder ohne Symptome  gegessen werden.

In einigen Fällen ist nicht sicher, ob und vor allen Dingen wie Kinder auf ein Lebensmittel reagieren. Eine Nahrungsmittelprovokation schafft letztendlich Klarheit.

Unter ärztlicher Aufsicht der Station werden im AKK Nahrungsmittelprovokationen durchgeführt, um eine mögliche Allergie auszuschließen bzw. sicher nachzuweisen. Provokationen sind in jedem Alter – auch im Säuglingsalter – möglich. Die Mitarbeiter der Kinderstation  bemühen sich  die Testungen in einer möglichst entspannten  Atmosphäre durchzuführen, damit ihr keine Angst vor der Provokation bekommt.  Im Beisein eurer Eltern könnt ihr in der Zeit spielen, während jederzeit Notfallmedikamente und Monitore im Hintergrund bereitstehen.

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