Internationale Publikation aus der Orthopädie

Ein schöner Erfolg für die Abteilung Kinderorthopädie unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Stücker:

Als eine von nur sehr wenigen Arbeiten aus Deutschland wurde eine Forschungsarbeit der Abteilung im renommierten „Journal of bone and joint surgery“ (JBJS) veröffentlicht. Beim JBJS handelt es sich um die höchst gerankte Zeitschrift im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie weltweit – die Ansprüche an die Forschungsqualität sind also entsprechend hoch.

Die Arbeit mit dem Titel „Outcome after combined pelvic and femoral osteotomies in Patients with Legg-Calve-Perthes disease” beschäftigt sich mit den Ergebnissen einer spezifischen operativen Behandlung beim Morbus Perthes. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, die wiederum das Absterben von Knochenzellen („Nekrose“) zur Folge hat, wodurch der Hüftkopf weich und verformbar wird.

Die Forschungsarbeit stellte die Ergebnisse eines kombinierten Operationsverfahrens den Ergebnissen der traditionellen Operationsmethode gegenüber. Hierbei zeigte sich, dass das kombinierte Verfahren der traditionellen Operation nicht überlegen ist. Ausnahme: Kinder, bei denen die Erkrankung früh erkannt und operiert wird, profitieren von dem analysierten Verfahren.

Der Morbus Perthes ist eine orthopädische Kinder-Erkrankung, die hauptsächlich bei Jungen zwischen dem vierten und achten Lebensjahr auftritt. Bei der Erkrankung kommt es zu einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, die wiederum das Absterben von Knochenzellen („Nekrose“) zur Folge hat. Hierdurch wird der Hüftkopf weich und verformbar.

Die Erkrankung selbst dauert meist circa ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit werden die abgestorbenen Knochenzellen vom Körper abgebaut und zunächst durch Bindegewebe, später durch neuen, gesunden Knochen ersetzt. Wenn sich Dein Hüftkopf bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht deutlich verformt hat, sind die Chancen gut, dass Du auch später keine Probleme mit Deinem Hüftgelenk bekommen wirst. Sollte sich die Hüfte allerdings verformt haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Dein Hüftgelenk sehr früh verschleißt. Das Ziel der Behandlung ist es also immer, eine starke Verformung des Hüftkopfes zu verhindern.

Je jünger Du bei Auftreten der Erkrankung bist, desto besser ist Deine Prognose – also die Aussicht, dass Du wieder ganz gesund wirst und keine Einschränkungen haben wirst. Denn zum einen sind jüngere Kinder leichter, so dass die Hüfte weniger Gewicht tragen muss. Zum anderen hat der Körper bei Kindern, die nach Ausheilung des Morbus Perthes noch im Wachstum sind, die Chance, Fehlstellungen und Defekte durch Wachstum auszugleichen.

Eine konkrete Ursache für die Entstehung eines Morbus Perthes ist nicht bekannt. In der Forschung verdichten sich Vermutungen, dass genetische Faktoren, Gefäßfehlbildungen aber auch das Passivrauchen mitverantwortlich für die Entstehung sein könnten. Die Erkrankung (Latein: „Morbus“) ist übrigens nach dem deutschen Chirurgen Georg Perthes benannt, der sie 1910 erstmals beschrieb.

Untersuchung

Meist macht sich ein Morbus Perthes zu Beginn durch belastungsabhängige Schmerzen bemerkbar, die von den meisten Kindern aber eher im Knie als in der Hüfte gespürt werden. Hinzu kommt eine Veränderung des Gangbildes mit der Neigung zum Hinken, um die betroffene Hüfte zu entlasten. Mit weiterem Fortschreiten der Erkrankung kommt es durch eine Fehlstellung des Beckens auch zu einer Beinlängendifferenz – also unterschiedliche langen Beinen. Diese Anzeichen prüft der Arzt in einer klinischen Untersuchung.

Um den Verdacht auf einen Morbus Perthes zu sichern, sind neben Röntgenuntersuchungen vor allem Kernspintomographien sehr wichtig. Außerdem helfen die Untersuchungen uns dabei, den Schweregrad festzustellen, den Verlauf der Erkrankung zu beurteilen und Entscheidungen über die geeignete Therapie zu treffen. Welche Form der Therapie für Dich geeignet ist, hängt vor allem davon ab, ob Dein Hüftkopf ganz oder nur teilweise von der Durchblutungsstörung betroffen ist und ob auch der Wachstumsfuge ein Schaden droht.

Behandlung

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Behandlungsformen: Die operative und die konservative Therapie.

Die konservative Therapie wiederum basiert auf den beiden Säulen „Containment“ und „Motion“. Motion (englisch für „Bewegung“) beinhaltet den Erhalt der Beweglichkeit: Damit Dein Hüftgelenk nach Ende der Erkrankung voll belastbar ist, ist es sehr wichtig, dass es beweglich bleibt – Du zum Beispiel das Bein gut abspreizen und auch in der Hüfte drehen (rotieren) kannst. Deswegen ist regelmäßige Krankengymnastik ein sehr wichtiger Bestandteil der Behandlung von Morbus Perthes. Wenn die Beweglichkeit Deines Hüftgelenkes eingeschränkt ist, kann dies an einer Kapselreizung oder einem Gelenkerguss liegen. Um Dein Hüftgelenk zu entlasten, erhältst Du von uns Gehstützen sowie entzündungshemmende Medikamente. Entlastungsschienen oder einen Rollstuhl empfehlen wir hingegen nicht: Da auch das Sitzen das Hüftgelenk beansprucht, entlastet ein Rollstuhl das Gelenk nicht wirklich. Lange Sitzphasen können außerdem dazu führen, dass Du Dein Hüftgelenk mit der Zeit schlechter strecken kannst. Außerdem wollen wir Dich nicht unnötig in der Bewegungsfreiheit einschränken und Deine motorische Entwicklung keinesfalls behindern. „Containment“ wiederum ist nicht so einfach zu übersetzen – der Begriff beschreibt, wie gut der Hüftkopf in der Hüftpfanne sitzt, also die Passgenauigkeit beider Gelenkbestandteile. So hat z.B. ein oval verformter Kopf in einer runden Hüftpfanne ein schlechtes Containment. Verschlechtert sich das Containment im Verlauf der Erkrankung stark, geht damit meist auch die Beweglichkeit des Hüftgelenkes verloren. In diesem Fall ist eine operative Therapie nötig.

Wenn bei Dir eine operative Therapie nötig sein sollte, besprechen wir die Möglichkeit ganz genau mit Dir und Deinen Eltern. Bei den meisten Kindern empfehlen wir eine so genannte Varisationsosteotomie. Die Osteotomie ist ein Operationsverfahren, bei dem wir den Knochen gezielt durchtrennen und korrigiert wieder verbinden, um so die vorherige Fehlstellung zu beheben. Diese Art der Operation wird am oberen Ende des Oberschenkelknochens durchgeführt. Nach der Operation ist es sehr wichtig, dass Dein Gelenk für ca. sechs Wochen nicht belastet wird, danach darfst Du die Belastung langsam und kontrolliert wieder aufbauen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass fast alle Kinder nach einer solchen Operation mit entsprechender Nachbehandlung keine weiteren Entlastungsphasen mehr benötigen und auch und weitgehend beschwerdefrei sind.

Liebe Eltern,

beim Morbus Perthes handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung des kindlichen Hüftgelenkes. Da die Erkrankung mit erheblichen Folgeschäden einhergehen kann, sollte die Behandlung unbedingt durch einen erfahrenen Orthopäden durchgeführt und überwacht werden. Gern beraten wir Sie im Rahmen unserer orthopädischen Sprechstunde.

Darüber hinaus ist das Behandlungsteam des Altonaer Kinderkrankenhaus sehr aktiv in einer Internationalen Expertengruppe. Auf der Webseite www.perthesdisease.org/ finden Sie - in englischer Sprache - immer aktuelle Informationen bzw. aktuelles Wissen zum Morbus Perthes.

Sprechstunden

Terminvergabe

Liebe Eltern,
für einen Termin in unseren Sprechstunden benötigen wir eine Überweisung durch einen Orthopäden oder Chirurgen. Bei Kindern mit Behinderungen (z.B. Zerebralparese) oder auch bei angeborenen Deformitäten, seltenen Erkrankungen und Skoliosen über 20° erfragen Sie bitte bei Terminvergabe, welche Überweisung Sie von welchem Facharzt mitbringen müssen. Bitte bringen Sie diese ebenso mit wie eventuell bereits vorhandene Röntgen-, MRT- oder CT-Bilder. 

Der Abteilungsleiter, Prof. Dr. Stücker, verfügt über eine KV-Ermächtigung zur Indikationsstellung für operative Versorgungen aller kinderorthopädischer Krankheitsbilder und zur Behandlung mehrfach behinderter Patienten sowie für Patienten mit komplexen Deformitäten. Außerdem besteht eine Ermächtigung zur Behandlung spastischer Bewegungsstörungen mit Botulinumtoxin. Für Privatpatienten bestehen keine Einschränkungen.

Terminvergabe:
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Für organisatorsiche Fragen (keine Termine für die ambulante Sprechstunde) können Sie sich auch gern an das Sekretatriat, Tel.: 040 88908 382, wenden.

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Schwerpunkte der Sprechstunde: Knochentumore, Knochenzysten, Weichteiltumore, Sarkome

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