Als Hüftdysplasie bezeichnen wir eine Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne: Sie ist bei der Geburt noch zu flach bzw. steil und bietet Deinem Hüftkopf nicht ausreichend Halt. Unbehandelt kann die Dysplasie so zu einer Verrenkung (Hüftluxation) führen und vorzeitige Abnutzungserscheinungen durch Schäden an Hüftkopf und Gelenkpfanne hervorrufen.

Etwa ein bis zwei von Tausend Neugeborenen sind von einer Dysplasie betroffen, Mädchen rund fünf mal häufiger als Jungen. Ein erhöhtes Risiko hast Du auch, wenn Du aus Beckenendlage – also nicht mit dem Kopf, sondern dem Becken voran  – geboren wurdest oder es in Deiner näheren Verwandtschaft bereits Hüftdysplasien gab.

Untersuchung

Eine erste Kontrolle Deiner Hüfte findet bereits mit der Vorsorgeuntersuchung U2, die meist noch in der Entbindungsklinik durchgeführt wird, statt. Bei der U3 (vierte bis sechste Lebenswoche) folgt dann eine präzise Ultraschalluntersuchung.

Eine solche Ultraschalluntersuchung kann bis zum sechsten Lebensmonat sehr genau Auskunft über die Entwicklung des Pfannendaches  geben. Da die Gelenke danach zunehmend verknöchern, nimmt die Aussagekraft dieser Untersuchungsmethode ab, je älter Du wirst.  Daher sind die Vorsorgeuntersuchungen extrem wichtig – denn je früher wir eine passende Therapie starten, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Behandlung

Wurde bei Dir eine Hüftgelenkdysplasie festgestellt, beginnt die Therapie mit einer so genannten Spreizhose oder Beugeschiene, wobei wir in der modernen Behandlung mehr Wert auf eine ausreichende Beugung der Hüfte als auf eine Abspreizung legen. Diese musst Du tragen, bis die Ultraschallbefunde sich normalisiert haben.

Eventuell reicht eine Spreizhose aber nicht aus: Wenn Dein Hüftgelenk zusätzlich auch instabil ist – der Hüftkopf also durch die umgebende Hüftgelenkkapsel nicht mehr zentriert in der Gelenkpfanne gehalten wird – müssen wir Deine Hüfte längerfristig stabilisieren. Die besten Erfolgsaussichten hat ein Becken-Bein-Gips, den wir in Narkose anlegen und den Du für ca. vier bis sechs Wochen tragen musst.

Eine instabile Hüfte kann direkt zu einer verrenkten Hüfte (Luxation) führen. Ist die Hüfte verrenkt, müssen wir sie wieder zentrieren. Dazu nutzen unsere erfahrenen Orthopäden meist eine sogenannte Pavlik-Bandage, mit der die Beine in einer gebeugten Stellung über Wochen langsam gespreizt werden, bis sich der Hüftkopf wieder eingerenkt hat.

Meist reicht eine Pavlik-Bandage aus, um die Hüfte wieder einzurenken. Zeigt sich jedoch nach circa drei Wochen noch keine Besserung, stehen in unserer Abteilung weitere Therapieverfahren zur Verfügung: Bei einer Traktionstherapie werden die gestreckten Beine mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung langsam immer weiter gespreizt, wodurch sich die Hüfte lockert und langsam wieder einrenkt. Diese Behandlung dauert etwa drei Wochen und wird stationär bei uns im Krankenhaus durchgeführt. In dieser Zeit musst Du aber nicht allein bei uns bleiben – wir können Deine Mutter oder Deinen Vater mit im Patientenzimmer aufnehmen. Nach Abschluss der Traktionstherapie stellen wir das Gelenk in Narkose richtig in die Gelenkpfanne ein. Im Anschluss bekommst Du dann einen Becken-Bein-Gips, den Du für mindestens sechs Wochen tragen musst. Danach wird in der Regel eine Kernspintomographie gemacht, um absolut sicher zu stellen, dass der Hüftkopf auch richtig in der Gelenkpfanne steht.

In seltenen Fällen ist auch diese Behandlung nicht erfolgreich. Dann müssen wir das Hüftgelenk offen, also durch eine Operation, in der Pfanne zentrieren. Die offene Einstellung des Hüftgelenkes ist eine komplizierte Operation, die nur in spezialisierten Kliniken wie dem Altonaer Kinderkrankenhaus durchgeführt wird. Für eine Operation solltest Du mindestens  fünf bis sechs Monate alt sein – frühere Operationen erhöhen das Risiko einer „Hüftkopfnekrose“. Dabei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, in deren Folge Knochenzellen im Hüftkopf absterben, wodurch wiederum Form und Entwicklung des gesamten Hüftgelenkes stark gestört werden. Auch nach der Operation ist die Behandlung leider noch nicht abgeschlossen: Es folgen Gips sowie eine weitere Behandlung mit Beuge-/ Spreizschienen an, bis sich das Hüftgelenk normal entwickelt hat. Hierzu kontrollieren wir die Entwicklung regelmäßig mit Hilfe von Röntgenaufnahmen.

Sehr selten normalisiert sich die Hüftgelenkpfanne nicht vollständig, dann musst Du im Alter von 18 bis 24 Monaten erneut operiert werden, damit wir auch das Pfannendach korrigieren können. Auch im Anschluss an diese Operation folgt ein Becken-Bein-Gips, der das Bein für ca. sechs Wochen ruhigstellt. Auch in einem späteren Lebensalter kann man eine Hüftdysplasie noch sehr erfolgreich behandeln. Dann wird meistens die Hüftpfanne über den Hüftkopf geschwenkt. In den meisten Fällen kann man dadurch vermeiden, dass früh eine künstliche Hüfte eingesetzt werden muss.

Die Behandlung einer Hüftdysplasie kann also sehr zeitaufwändig und auch belastend sein – sie lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn unbehandelt führt sie in fast allen Fällen zu einem schnellen Verschleiß der Hüfte, was wiederum bedeutet, dass Du schon sehr früh im späteren Leben ein künstliches Hüftgelenk benötigen würdest. Auch, wenn Deine Hüftdysplasie erst später aufgefallen sein sollte, lohnt sich eine operative Therapie fast immer, um diese Folgeschäden zu vermeiden.

Liebe Eltern,

als Kinderorthopäden ist uns eine rechtzeitige Diagnose einer Hüftdysplasie ein großes Anliegen – denn je früher eine passende Therapie beginnt, desto höher sind die Erfolgsaussichten und desto geringer sind Behandlungsdauer und Einschränkungen für Ihr Kind.

Sprechstunden

Terminvergabe

Liebe Eltern,
für einen Termin in unseren Sprechstunden benötigen wir eine Überweisung durch einen Orthopäden oder Chirurgen. Bei Kindern mit Behinderungen (z.B. Zerebralparese) oder auch bei angeborenen Deformitäten, seltenen Erkrankungen und Skoliosen über 20° erfragen Sie bitte bei Terminvergabe, welche Überweisung Sie von welchem Facharzt mitbringen müssen. Bitte bringen Sie diese ebenso mit wie eventuell bereits vorhandene Röntgen-, MRT- oder CT-Bilder. 

Der Abteilungsleiter, Prof. Dr. Stücker, verfügt über eine KV-Ermächtigung zur Indikationsstellung für operative Versorgungen aller kinderorthopädischer Krankheitsbilder und zur Behandlung mehrfach behinderter Patienten sowie für Patienten mit komplexen Deformitäten. Außerdem besteht eine Ermächtigung zur Behandlung spastischer Bewegungsstörungen mit Botulinumtoxin. Für Privatpatienten bestehen keine Einschränkungen.

Terminvergabe:
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Für organisatorsiche Fragen (keine Termine für die ambulante Sprechstunde) können Sie sich auch gern an das Sekretatriat, Tel.: 040 88908 382, wenden.

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Schwerpunkte der Sprechstunde: Knochentumore, Knochenzysten, Weichteiltumore, Sarkome

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