Bei diesen Verfahren werden äußere Ringe mithilfe von Drähten oder Schrauben am Knochen fixiert. Die Ringe sind wiederum miteinander mit Stäben verbunden welche mit Gewinde versehen sind und ermöglichen dass die Ringe auseinander bewegt werden. So kann der Knochen verlängert werden oder eine Deformität korrigiert werden.

Prinzipiell kann eine Korrektur in alle 3 Dimensionen erfolgen und selbst starke Beinverkürzungen oder komplexe Achsenabweichungen behoben werden. Wen man den Knochen „auseinanderzieht“ um ihn zu verlängern, entsteht eine Lücke, welche sich nach und nach mit Eigenknochen genannt „Kallus“ auffüllt. Der Prozess ist ähnlich wie die Knochenheilung nach stattgehabtem Knochenbruch. Es wird in der Regel mit einem Tempo von insgesamt 1 mm pro Tag verlängert. Danach braucht dein Körper Zeit um neuen Knochen zu bilden und die entstandene Knochenlücke vollständig mit festem Knochen aufzufüllen. Die Faustregel für die orientierende Berechnung der Behandlungsdauer ist dass für jeden Zentimeter Verlängerung, 1 Monat einzuplanen ist.

Die Notwendigkeit einer langsamen Vorgehensweise ist bedingt einerseits durch die Knocheneigenschaften nur langsam neuen Knochen zu bilden, andererseits aber durch die Dehnbarkeit wichtiger Weichteilstrukturen wie Nerven und Gefäße die Zeit brauchen um sich an die Länge oder an die neue Stellung anzupassen. Dein Knochen ist durch den Äußeren Rahmen stabil genug und du kannst uneingeschränkt dein Bein kurze Zeit nach der Operation wieder belasten.

Obwohl die Fixierungsdrähte durch die Haut eingebracht sind, ist das Abduschen des Beins möglich und sogar sehr wünschenswert um die Haut sauber zu halten und die Eintrittsstellen der Drähte zu reinigen. Das Drehen der Gewindestäbe erfolgt nach einem individuellen Plan und wird mithilfe vom Computerprogramm für jeden Patient berechnet. Die Eltern werden in die Handhabung und die Pflege instruiert. Altersabhängig kannst du sogar selber die Drehungen durchführen und deinen Knochen eigenständig verlängern. Meistens verbringen die Kinder nur eine Woche im Krankenhaus. Die Verlängerung findet dann zu Hause statt. Parallel wird Krankengymnastik verordnet um die Gelenkbeweglichkeit und die Muskelkraft zu erhalten. Ob alles nach Plan läuft wird regelmäßig in der Ambulanz kontrolliert.

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