Gastro-oesophagealer Reflux

Verschiedene Mechanismen verhindern normalerweise das Zurückfließen von Nahrung in die Speiseröhre. Funktionieren diese Mechanismen nicht, fließt also Mageninhalt (gastro = griechisch für Magen) zurück in die Speiseröhre (Oesophagus = griechisch für Speiseröhre), sprechen wir von einem gastro-oesophageale Reflux (GÖR). Der GÖR kommt bei bis zu 60 Prozent der Säuglinge in den ersten Lebensmonaten vor und ist häufig nicht als krankhaft zu bewerten.

Ein gastro-oesophageale Reflux kann aber auch krankhafte Veränderungen der Speiseröhre oder andere Beschwerden wie Schleimhautreizungen, Entwicklungs-/Wachstumsstörungen, bzw. in späteren Stadien Gewebeschäden oder Beschwerden bei der Atmung verursachen – dann spricht man von einer gastro-ösophagealer Refluxkrankheit (GÖRK).

Symptome für eine gastro-ösophagealer Refluxkrankheit sind:

  • Säuglinge / Kleinkinder: Häufiges Erbrechen mit Wachstums-/ Entwicklungsstörung, gelegentlich frisch blutiges Sekret im Erbrochenen, Husten und wiederholte Infekte der oberen Luftwege  
  • Ältere Kinder: Erbrechen und Sodbrennen, Bauchschmerzen, schmerzhaftes Schlucken, Lungenentzündungen, Asthma, Blutarmut (Anämie)

Untersuchung

  • Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauches dient als erste orientierende Untersuchung, mit der wir auch andere Ursachen der Symptome ausschließen können.
  • Ösophago-Gastroskopieskopie (Endoskopie): Bei dieser Untersuchung führen wir einen schmalen, flexiblen Schlauch über den Mund in die Speiseröhre ein. Mit Hilfe der im Schlauch befindlichen Optiken (Kamera) und Instrumente können wir Veränderungen in der Speiseröhre analysieren und bei Bedarf Gewebeproben entnehmen („Biopsie“). Unsere Patienten erhalten hierfür eine Vollnarkose.
  • pH-Metrie über einen längeren Zeitraum (24h). Hier schieben wir eine dünne Sonde über die Speiseröhre bis in den Magen und messen den Säuregehalt an verschiedenen Stellen.
  • Magen-Darm-Passage (MDP): Bei dieser speziellen Röntgenuntersuchung schluckt der Patient ein Kontrastmittel. So können wir die Anatomie und mögliche Veränderungen (z.B. Enge der Speiseröhre, Zwerchfellbruch, Entleerungsstörungen des Magens und Fehllagen des Darmes) besonders gut beurteilen.


Behandlungsmöglichkeiten

Säuglinge und Kleinkinder mit einem unkomplizierten gastro-oesophageale Reflux bedürfen eigentlich keiner Therapie. Wenn das mit der Erkrankung häufig einhergehende Erbrechen aber zu einer erheblichen Belastung für das Kind wird, empfehlen wir konservative Maßnahmen wie das „Eindicken“ der Nahrung, ggf. einen Wechsel auf hypoallergene Nahrung sowie die Umstellung auf viele kleinere Mahlzeiten.
Wurde eine gastro-ösophagealer Refluxkrankheit nachgewiesen, erfolgt eine medikamentöse Therapie, die auf die Neutralisierung der Sekrete aus Magen bzw. Zwölffingerdarm abzielt.

Besteht die Refluxkrankheit weiterhin, haben sich bereits anatomische Veränderungen (z.B. Zwerchfellbruch oder Fehllagerung des Darmes) ergeben oder ist die Speiseröhre durch eine länger andauernde Refluxerkrankung vernarbt, muss die Abdichtung zwischen Magen und Speiseröhre operativ hergestellt werden. Ziel einer solchen Operation ist es, die natürlichen Mechanismen, die einen Reflux verhindern, wieder herzustellen.

Hierzu verlagern wir ein ausreichend großes Stück der Speiseröhre in den Bauchraum, verengen den Durchtritt der Speiseröhre durch das Zwerchfell und schlagen den Speiseröhrenteil, der unmittelbar vor dem Magen liegt, in eine Magenmanschette ein. Je nachdem wie sehr die Speiseröhre vom Magenanteil ummantelt wird sprechen wir in der Medizin von einer Semifundoplikation (Toupet, 270° oder Thal, 180°) oder einer Fundoplikation (Nissen, 360°). Die Operation führen wir je nach individueller Voraussetzung des Patienten laparoskopisch – also mit kleinen Schnitten, durch die wir sehr feine Instrumente in den Bauchraum einführen – oder mit einer Bauchschnittoperation durch.

Nachsorge

Nach dem stationären Aufenthalt erfolgen Kontrolltermine in unserer kinderchirurgischen Sprechstunde, die in enger Kooperation mit unseren Gastroenterolgen erfolgt.

Sprechstunden

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Tel.: 040 88908 230
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Bitte beachten Sie, dass Sie eine Überweisung vom niedergelassenen Kinderarzt benötigen.

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